Klettern für die Wissenschaft

Die beiden stellten sich lieber tot.Nicht viele Jungstörche im Wartburgkreis haben den Mai dieses Jahres überlebt. Doch einige gibt es. Merkers Brutpaar ist mit zwei Jungen das in diesem Jahr bisher erfolgreichste. In den anderen Nestern fielen etliche der kalten und zugleich nassen Witterung zum Opfer.
In jedem Jahr macht sich ein Ornithologe, kurz bevor die Jungen fliegen können, auf den Weg um sie zu beringen. Üblicherweise hilft ihm dabei die Feuerwehr mit dem Leiterwagen. Doch auch diesem machte das Wetter dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung. Das Hochwasser, welches dem Regen folgte, floss nur langsam wieder ab. So dass die Wiese zum Teil noch unter Wasser stand.
Storchenvater im AbflugAlso mußten die Kletterer ran. Ralf verknackste sich sicherheitshalber einen Tag bevor es losgehen sollte den Finger. Die Entscheidung, wer dem Nest einen Besuch abstatten darf, war damit gefallen. Es lag also an mir, den Mann vom Horst zu vertreiben. Ein ungutes Gefühl hatte ich schon, als ich mit Ringen und Zange bewaffnet unter dem Horst saß und der Vater immer noch nicht davon geflogen war. So ein langer Schnabel ist auch nicht ohne. Es wurde jedoch auch nicht besser, als er das Nest verließ. Was mögen wohl die 6 Störche gedacht haben, welche über mir kreisten, als ich meine Arbeit erledigte?
Binnen Augenblicken hatten sich zu dem ortsansässigen die beiden Paare der Nachbarorte hinzugesellt (sie waren kinderlos).
Doch glücklicherweise lief alles ohne Komplikationen ab und mit etwas Glück können wir den Lebensweg der beiden Kleinen verfolgen.

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